Bericht von Peter 01.07.2026

Austria eXtreme 2026

KURZFASSUNG FÜR LESEFAULE:
Schwimmen: 3,8 km | 00:57 (hh:mm)
Radfahren: 186 km 3850 hm | 06:30 (hh:mm) | Normalized Power 243 Watt (79 kg)
Laufen: 44,2 km 1920 hm | 04:55 (hh:mm) | Pace 6:40/km
Gesamt: 234 km 5770 hm | 12:25 (hh:mm) | Platz 2 von 35 Startern bzw. 29 Finishern

VORWORT:
Mein Saisonhöhepunkt, der austria eXtreme Triathlon, liegt nun einige Tage hinter mir und ich möchte nun ein wenig zurückblicken, wie es überhaupt zu meiner Teilnahme kam. Nach meiner Hawaii-Teilnahme im Oktober 2024 telefonierte ich mit meinem Trainer Christoph Schlagbauer und er fragte mich, ob ich wieder einen Trainingsplan benötige. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits entschieden, mit dem Wettkampfsport aufzuhören, mein Studium so rasch wie möglich abzuschließen und im Anschluss voll ins Berufsleben einzusteigen. Dafür hatte Christoph Verständnis, meinte aber so nebenbei, dass der austria eXtreme Triathlon cool wäre, weil ich den gewinnen könnte. Ich fragte, wie das bei einem so bergigen Rennen möglich sein soll, da ich nicht gerade der leichteste Triathlet bin. Er meinte, das ist egal, denn zum Schluss bei den vielen Höhenmetern geht jeder, und spielte darauf an, dass ich bei den bisherigen Langdistanzen am Marathon auch oft gehen musste. Ansonsten kannte ich den Bewerb bis dato nicht und erkundigte mich nach den Eckdaten. Kurzgefasst, 3,8 km Schwimmen + 186 km Radfahren + 44 km Laufen mit insgesamt 5.860 Höhenmetern. Start ist in Thondorf nahe Graz und das Ziel etwas unterhalb der Dachstein-Südwandhütte in Ramsau am Dachstein. Mir gefielen das Rennformat und die Strecke, aber auch die Aussicht auf eine gute Platzierung. Ich liebäugelte zwar mit einem Start schon 2025, konnte mich aber nicht dazu durchringen. Zu sehr sehnte ich mich nach Freizeit, die nicht mit Triathlontraining ausgefüllt war. Daraufhin stellte ich das Sporteln fast komplett ein und merkte aber bald, wie sehr ich es vermisste, mich mit Hingabe und Akribie auf ein sportliches Ereignis vorzubereiten. Außerdem fehlte mir der körperliche Ausgleich zu Studium und Bürojob. Lange konnte ich mich nicht gegen den inneren Wunsch sträuben und begann ab Herbst 2025 mit der Wettkampfvorbereitung für den austria eXtreme Triathlon 2026.

RENNBERICHT:
Anders als bei üblichen Triathlons gibt es seitens der Veranstalter keine Labestellen, dafür ist die Unterstützung und Verpflegung des Athleten durch eigene Betreuer erlaubt bzw. teilweise verpflichtend. Für eben diese Pflichtbegleitung auf den letzten 17 km beim Laufen habe ich mir den Vereinspräsidenten höchstpersönlich und für den Rest meine Freundin Perrine mit ihrem Bruder und Papa sowie Trainer Christoph ins Betreuerteam geholt. Obwohl ich großes Vertrauen in meine Betreuer hatte, war ich im Vorfeld doch sehr angespannt. Der Aufwand für die Planung und Organisation des Vorhabens sowie die Koordination der Beteiligten war nicht unerheblich und ließ meine Anspannung vor dem Start mehr als üblich ansteigen. Dementsprechend war ich erleichtert, als ich am Renntag um 04:30 Uhr bereit an der Startlinie stand. In der Vorbereitung hatte ich kaum Zeit für Schwimmtraining und legte den Fokus eher auf die anderen beiden Disziplinen. Deshalb, und weil das Wasser in der Mur nicht sonderlich appetitlich ist, erwartete ich mir vom Schwimmen nicht allzu viel. Ich konnte zwar gleich in Führung gehen, aber zwei Verfolger nicht abschütteln. Ich merkte auch, dass mir im Vergleich zu früher einfach ein bisschen Leistung fehlt, daher entschied ich mich, keine weiteren Ausreißversuche beim Schwimmen zu starten und nach Möglichkeit etwas Kraft zu sparen. Nach etwa 57 min stieg ich aus dem Wasser und war froh, aus er dreckigen Mur zu sein. Die Radstrecke hatte ich bereits mehrfach besichtigt und mir vorgenommen im Flachen und am Gaberl nicht zu viel Energie einzusetzen, sodass ich auch den Sölkpass nach 5 h Renndauer noch gut fahren kann. Ein junger Tscheche machte mir das jedoch nicht ganz so leicht, da dieser schon nach 20 km an einem kleinen Hügel attackierte. Ich hielt mich weiterhin zurück und versuchte ihn trotzdem nicht zu weit wegzulassen. Perrine versorgte mich inzwischen bestens mit Saft, Wasser und aufgrund der hohen Temperaturen schon ab 7:00 Uhr früh mit Eis zum Kühlen. Nach der Abfahrt vom Gaberl war der Kontrahent komplett außer Sichtweite. Ich fühlte mich aber gut, sodass ich versuchte wieder aufzuschließen. Ein paar Kilometer nach Zeltweg konnte ich ihn einholen und weiter Vorsprung gewinnen. Ab da war ich in wieder in Führung und sparte ein paar Körner für den Sölkpass. Ich wusste aus dem Training, dass für das letzte Passstück rund 40 min lang über 260 Watt bei einer Trittfrequenz von 50-60 nötig sind, um bei meiner Übersetzung vernünftig über den Pass zu kommen. Die Abfahrt bis zum Wechsel nutzte ich, um die Beine vor dem Laufen möglichst gut aufzulockern. Bei der Sölksperre angekommen wartete Christoph, mein erster Begleitläufer, schon auf mich. Durch das Bergfahren mit dem Zeitfahrrad spürte ich zu Beginn des Laufens starke Schmerzen im unteren Rücken und hatte schon etwas Sorge, weil diese erst nach rund 5 km nachließen. Danach fühlte ich mich gut und konnte mich gut belasten. Bei sommerlich heißen Temperaturen leisteten alle meine Betreuer hervorragende Dienste für mich. Dadurch konnte ich mich perfekt aufs Laufen fokussieren. Neben der Belastung nahm ich die Umgebung und Zuschauer kaum wahr und ich konnte Kilometer um Kilometer und Höhenmeter um Höhenmeter abspulen. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass mein anfänglicher Vorsprung, auf den zu dem Zeitpunkt Zweitplatzierten stetig kleiner wurde. Ungefähr bei Laufkilometer 30 und nach einigen Höhenmetern kam ich mit der Energieversorgung nicht ganz hinterher und musste leider mein Tempo reduzieren. Wenig später wurde ich überholt und hatte keine Chance, dem höheren Tempo des Kontrahenten zu folgen. Das war auch mental sehr schwer, da ich meine Aussicht auf den Sieg in einem schwachen Moment aufgeben musste. Den Traum vom Gesamtsieg musste ich dann hintenanstellen und mich darauf besinnen das Rennen trotzdem möglichst rasch zu beenden. Zum Glück habe ich mich wieder ein wenig gefangen und konnte den letzten Anstieg zur Dachstein-Südwandhütte einigermaßen gut bewältigen. Auch den kurzen Abstieg bis zum Ziel überstand ich gut und erreichte als 2. das Ziel nach insgesamt 12:25 (hh:mm) mit knapp 12 min Rückstand auf den Ersten.

FAZIT:
Ich bin meinen Betreuern unglaublich dankbar, dass sie mir dieses spitzenmäßige Rennerlebnis ermöglicht haben. Allen voran meiner Freundin Perrine möchte ich besonderen Dank aussprechen, da sie nicht nur meine Anspannung vor dem Rennen ertragen hat, sondern auch während des gesamten Rennens teilweise ganz allein erstklassige Unterstützung vom Streckenrand leistete. Vielen Dank auch Karli fürs Schleppen des schweren Rucksacks und deinen Einsatz auf meinen schwersten Metern des Rennens. Ohne euch, liebes Betreuer-Team, hätte ich das Ziel nie erreicht. Beim Rückblick auf den Bewerb möchte ich mir in Erinnerung rufen, dass es nicht selbstverständlich ist, eine reibungslose Wettkampfvorbereitung zu erreichen, im Rennen eine persönlich gute Leistung abzurufen und ohne schwerwiegende Probleme gesund ins Ziel zu kommen. Daher möchte ich demütig und dankbar auf ein gutes Rennen zurückblicken, bevor ich Kritikpunkte finde, die hätten besser laufen können. Das Einzige, woran ich noch etwas zu knabbern habe, ist die Platzierung, die diesem ansonsten nahezu perfekten Rennen einen kleinen Makel verleiht.



Kleiner Anhang vom Supporter ;-)
Es war auch für mich das erste Mal, dass ich als Supporter nicht nur am Streckenrand, sondern aktiv am Rennen teilgenommen habe. Der Druck ist auch um einiges größer, da Peter das Rennen nur gemeinsam mit mir beenden konnte. Also war auch bei mir Lauftraining angesagt, damit ich Peter nicht bremse.

Das Peter ganz vorne dabei sein würde war mir klar, von seinem Ziel zu gewinnen, wusste ich zum Glück nichts, sonst wäre ich noch nervöser gewesen.

Ich stieg bei km27 der Laufstrecke in den Bewerb ein. Ausgestattet mit einem Laufrucksack, schnappte ich mir noch einige Flaschen und lief Peter nach. Peter hatte ein super Tempo drauf, und schaffte es, unmengen an Gels und Wasser in sich aufzunehmen. Als das nach einiger Zeit schwer wurde, versuchten wir auch Cola mit einzubauen, aber es waren einige schwerere Kilometer dabei. Auch die Steigung war nicht ohne, und so mussten wir doch einige (Höhen)Meter gehen. Es war aber bewundernswert, wie Peter sobald es flach wurde, immer wieder zu laufen begonnen hat, oder die steilsten Stücke vor der Dachstein-Südwandhütte mit extrem schnellem Schritt hochgeeilt ist. Chapeau!

Danke für die tolle Erfahrung, und nochmals herzliche Gratulation zu deiner Wahnsinnsleistung an diesem heißen Tag!


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06.07.2026 - 08:02 Kommentar von Martin Beranek


Großartige Leistung und toller Bericht, -Hut ab, -beeindruckend Peter!

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